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Fullsizing

Sonntag, 16. Mai 2010 in Chrysler 300 Hurst

Nachdem das Geheimnis nun gelüftet ist, hier der komplette Bericht zum Fuhrparkzuwachs.

Werbung für den 1969 Chrysler 300Letztes Jahr lieh mir Adrian aus seinem reichhaltigen Literaturfundus das Buch “60s Cars – Vintage Auto Ads“. Dort stolperte ich über ein Werbebild des ‘67er Ford Thunderbird und war hin und weg angesichts der fantastischen Rückleuchten des Wagens. Leider haben die Designer wohl Front und Heck getrennt entworfen und beim Zusammenfügen zu spät bemerkt, dass sie unterschiedlich breit sind. Ein ähnlich grandioses Styling der Rückleuchten war jedoch auch auf einem Bild des ‘69er Chrysler 300 (s. Abb.) abgebildet. Nachdem ich mehrfach gedanklich daran hängengeblieben war, hatte der Wagen mein Interesse geweckt. Ein wenig Internet-Recherche offenbarte, dass Chrysler für die leichte Modellpflege des folgenden Modelljahres 1970 nicht nur die Rückleuchten noch hübscher gestaltet hatte, sondern sich auch mit Hurst Performance, dem Hersteller der berühmten Hurst Shifter, zusammengetan hatte, um ein Sondermodell auf dem Markt zu bringen: den Chrysler 300 Hurst. Dieses Sondermodell ging allerdings erst recht spät in Produktion und wurde zudem kaum beworben. Die Folge war, dass lediglich 485 Exemplare (oder 501 – je nach Quelle) hergestellt wurden. Im nächsten (und letzten) Modelljahr wurde der 300 Hurst nicht wieder angeboten.

Angesichts der geringen Stückzahl machte ich mir keine Hoffnung jemals einen 300 Hurst zu sehen, geschweige denn kaufen zu können. Schließlich ließen sich schon die regulären 300 der Baujahre 1969 bis 1971 kaum finden. Anfang Oktober letzten Jahres entdeckte ich dann bei mobile.de gleich zwei 300. Ein ‘71er Coupé in gutem Zustand und einen 300 Hurst! So richtig konnte ich mir jedoch nicht vorstellen, dass ein Hurst zu diesem Preis angeboten würde. Immer wieder wird im Internet vor Fälschungen gewarnt mit denen Verkäufer versuchen den Preis für reguläre Modelle in die Höhe zu treiben. Sollte es dennoch ein Original sein, so wäre der Zustand sicher jenseits von gut und böse. Mein Interesse weckte jedoch das andere Fahrzeug, das in Springe zum Verkauf stand und damit nur einen Katzensprung von meiner wöchentlichen Strecke zur Arbeit entfernt war. Zu diesem Zeitpunkt war ich zwar vollauf mit den letzten Vorbereitungen für die Dresden-Banjul-Rallye beschäftigt, wollte mir aber die Gelegenheit mal einen 300 aus der Nähe zu sehen nicht entgehen lassen. Und so machte ich mit dem Verkäufer einen Termin aus und schaute mir den Wagen an einem regnerischen Oktober-Abend auf dem Heimweg an. Was ich sah begeisterte mich ziemlich! Der Zustand des Autos war abgesehen von einigen Schönheitsfehlern wirklich gut und der Verkäufer deutete auch noch Verhandlungsspielraum beim Preis an. Gut geschlafen habe ich an diesem Abend nicht und wären wir nicht zwei Wochen später in Richtung Afrika gestartet, so hätte ich wohl ernsthaft ein Erwägung gezogen, den Wagen zu kaufen. So verschob ich die Entscheidung auf den Dezember, nur um dann festzustellen, dass beide Verkaufsannoncen nicht mehr online waren.

Es wuchs ein wenig Gras über die Sache und während des harten Winters hatte ich genung damit zu tun meinen Volvo am Laufen zu halten. Und dann stand da ja auch immer noch der Pacer in der Garage und wartete auf seine Wiederinbetriebnahme. Mit dem zaghaft aufkommenden Frühling und den nach wie vor mühsamen und kaum vorhandenen Fortschritten der Arbeiten am Pacer kam mir im März wieder der 300 in den Sinn und ich begab mich wieder ein bisschen auf die Suche. Überraschenderweise förderte diese Suche wieder die beiden Autos aus dem Herbst zu Tage. Die Verkäufer hatten sich wohl während des Winters die Gebühren für die Annoncen sparen wollen. Über Ostern entschied ich mich auch den Hurst näher in Augenschein zu nehmen. Und sei es nur, um ihn endgültig aus den Gedanken streichen zu können. Der Termin mit dem Verkäufer in Belgien war schnell ausgemacht und mit meinem Vater und Adrian im Schlepptau reiste ich Mitte April an. Die beiden sollten meine Euphorie ein wenig dämpfen und helfen den Zustand des Fahrzeugs objektiv einzuschätzen.

Der erste Kontakt mit dem 300 Hurst war schon beeindruckend. Die schiere Größe dieses Coupés überraschte mich auch beim zweiten Zusammentreffen mit so einem Auto aufs Neue. Selbst unser Volvo V70 mit dem wir angereist waren wirkte im Vergleich wie ein handlicher Cityflitzer. Was folgte war die übliche Untersuchung der neuralgischen Punkte eines Oldtimers im Allgemeinen und eines Chrysler C-Body im Speziellen. Es stellte sich heraus, dass die Beschreibung des Verkäufers erstaunlich präzise und ehrlich gewesen war. Die Substanz schien gut, dafür bedurften Lack und Interieur einer Restaurierung. Zudem ließen sich keine Indizien dafür finden, dass es sich um einen Clone oder eine Fälschung handeln könnte. Wir machten eine kurze Probefahrt bei der ich auch zum ersten Mal hinter das Steuer des Full-Size-Coupés steigen durfte. Damit wurde die Sache für mich immer klarer: Ich musste dieses Fahrzeug haben!

In den folgenden zwei Wochen folgten noch etwas zähe Verhandlungen zwischen dem Verkäufer und mir bis wir uns schließlich einig waren und ich am letzten Sonntag abermals mit meinem Vater und Adrian die Reise nach Belgien antrat. Dieses Mal mit einer Tasche voll Geld und Kurzzeitkennzeichen im Gepäck. Vor Ort verglich ich noch die Nummer des Motorblocks mit der Fahrgestellnummer. Es handelt sich wirklich um ein “Number matching“-Fahrzeug, d. h. der Wagen lief tatsächlich mit eben diesem Motor vor 40 Jahren in der Jefferson Avenue in Detroit vom Band! Wir erledigten den Papierkram, montierten die (außerhalb Deutschlands nicht gültigen) Kennzeichen und dann gehörte der 300 Hurst mir.

Die Überführungsfahrt war ein einziger Spaß. Zunächst musste ich mich erst einmal an die Dimensionen dieser “landyacht” gewöhnen. Selbst das Verlassen eines Tankstellenhofes erfordert damit ein gewisses Maß an Planung. Das Fahrverhalten hingegen ist weniger dramatisch als man es für ein 40 Jahre altes amerikanisches Auto mit einem Leergewicht um die zwei Tonnen erwarten würde. Dank ausreichenden Leistungsreserven war auch der Verkehr auf den Autobahnen im Ruhrgebiet kein Problem und wir konnten sogar ein bisschen im Tunnel spielen.

Nach der mittlerweile schon traditionellen Stärkung nach dem Autokauf erreichte der 300 Hurst seine neue Heimat in der Tiefgarage, wo ich feststellen musste, dass gemessene 5.71 Meter und reale 5.71 Meter nicht immer identisch sind:

Chrysler 300 Hurst in der Tiefgarage

Leider ließ sich der Duplexparker nicht mehr absenken, da die Front des Wagens noch etwa 20 cm nach vorn überstand. So musste ich ihn erst einmal auf der oberen Parkfläche abstellen. In den nächsten Tage muss ich wohl noch einen Stellplatz auf der gegenüberliegenden Seite anmieten. Die sind etwas länger. Außerdem haben wir dann ja auch wieder einen freien Platz. Das nächste Auto kann also kommen…

Numb3rs

Sonntag, 9. Mai 2010 in Chrysler 300 Hurst

70, 300, 485, 440, 375, 480, 727, 225, 79, 4352, 1

8 Miles A Gallon

Samstag, 3. April 2010 in Autos, Musik

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Konspiratives Treffen

Montag, 11. Mai 2009 in Rallye Dresden-Banjul

Wie bei Adrian ja bereits mehrfach zu lesen war, planen wir im November an der Rallye Dresden-Dakar-Banjul teilzunehmen. Zur Vorbereitung hatte Adrian am vergangenen Freitag Abend ein erstes Treffen der wahnsinnigen wagemutigen Afrika-Reisenden anberaumt. Da wir uns auf zwei Teams aufteilen werden und ich bisher noch einen Beifahrerplatz zu vergeben hatte, hat sich Adrians Bekannte Antje gemeldet. Für uns zwei war es nun also die erste Gelegenheit einander ein wenig kennenzulernen. Augenscheinlich habe ich dabei keinen derart schlimmen Eindruck hinterlassen, dass es Antje davon abhalten würde, an der Rallye teilzunehmen.

Ein paar organisatorische Dinge haben wir vier ebenfalls besprochen. Neben der wichtigen Frage der zu erwartenden Kosten wurden auch so Kleinigkeiten wie Schutzimpfungen, Reisevisa, Sponsorensuche oder Teamnamen erörtert. Zum Abschluss des Abends haben wir uns dann schließlich auf der Webseite der Veranstalter zur Teilnahme angemeldet und werden mittlerweile auch unter den Startnummern 195 und 196 gelistet. Die große, ungeklärte Frage des Abends besteht allerdings auch jetzt noch darin, was hinter unseren Teamnamen steckt. Wir können es nicht beantworten!

Heute Abend habe ich mich dann noch mit meinem alten Freund Olli getroffen, der uns bei der Rallye-Teilnahme ein wenig zuvor gekommen ist und bei der letzten Februar-Challenge das Team “Steinheim goes Afrika” anführte. Er hatte einige gute Tipps für uns und versuchte nachdrücklich mich von dem Plan abzubringen, in einem Mazda 121 DB nach Gambia zu fahren. Was mich aber eigentlich nur in diesem Vorhaben bestärkt. Glaube ich…

Seine Hauptargumente gegen den Einsatz eines 121 bestehen im fehlenden Allradantrieb, dem geringen Platzangebot sowie mangelhafter Bodenfreiheit und dem daraus resultierenden Verlust an Querfeldeinspaß. Nichts was sich meiner Meinung nach nicht durch Improvisationstalent gepaart mit einer gehörigen Portion Schwung ausgleichen ließe.

Lange Versorgungswege

Freitag, 3. April 2009 in AMC Pacer

Nach etwa vier Wochen Lieferzeit ist gestern das Reparaturhandbuch für meinen Pacer aus den USA eingetroffen. Jetzt muss ich es nur noch in Bellenberg einsammeln, um mich endlich in die Materie einarbeiten zu können. Einer Zulassung steht derzeit nämlich vor allem noch ein etwas eigenwilliges Bremsverhalten im Wege. Bereits bei relativ geringem Bremsdruck blockiert das linke Vorderrad. Festgestellt habe ich das als wir etwa 500 Meter vom Haus des Verkäufers entfernt waren und ich auf die erste rote Ampel zusteuerte. Für den Rest der Überführungsfahrt sorgte dieses Wissen dann für einen erhöhten Stresspegel, weshalb ich auch aus eigenem Interesse möglichst schnell daran gehen möchte, die Ursache dafür zu suchen.

Passend zur Literaturversorgung ist heute in Österreich ein Paket mit Ersatzteilen für mich auf den Postweg gegangen. Das hat nun zwar auch ein bisschen länger gedauert als ich antizipierte, aber die Hauptsache ist, dass es nun bald losgehen kann. Bei dem schönen Wetter der letzten Tage wurde ich schon immer unruhiger und kann es jetzt kaum noch abwarten, endlich ein paar Runden durch den Abend zu cruisen.

Sympathieträger

Dienstag, 24. März 2009 in AMC Pacer

Ich war ja schon ein wenig stolz als ich heute in der Mittagspause auf carsablanca.de rumsurfte und entdeckte, dass dort gegenwärtig ein AMC Pacer als “Favorit der Woche” gelistet wird. Mit der dunklen Zweifarbenlackierung sieht der Wagen meinem sogar ziemlich ähnlich. Und er verfügt auch über das abgefahrene CB-Funkradio.

Downsizing

Sonntag, 1. März 2009 in AMC Pacer, Privates

Mit Adrian, seiner Freundin Nici und meinem Vater bin ich heute nach Mülheim an der Ruhr gefahren und habe endlich meinen Wagen abgeholt. Drei lange Wochen des Wartens haben damit ihr Ende gefunden. Und zur Belohnung hat heute auch alles – von ein wenig Verspätung abgesehen – wunderbar geklappt: Das Auto war zur Abholung bereit, die Straßen waren trocken, gelegentlich blinzelte sogar die Sonne durch die Wolken und die Überführung gelang problemlos.

Und da damit auch die geltende Nachrichtensperre aufgehoben ist, will ich dem Rätselraten ein Ende bereiten und das Geheimnis lüften. Es ist ein 1979er AMC Pacer D/L:

1979 AMC Pacer D/L

Party on, Wayne!

Dass es ausgerechnet ein Kleinwagen werden würde, hat wohl bisher keiner geahnt – mich bis vor drei Wochen eingeschlossen! Aber als ich damals vor dem Wagen stand, war die Sache klar. Guter Zustand, geringer Bestand (sogar in den USA, habe ich gelesen), Geek-Faktor und ausgefallenes Design sind klare Entscheidungsgrundlagen.

Hier noch ein paar nüchterne Angaben:

VIN: A9M667C199872
Hersteller: AMC
Modell: Pacer D/L
Erstzulassung: 02/1979
Farbe: gold-metallic/schwarz
Motorisierung: R6, 258 cui (4.2 lt)
Leistung: 120 PS bei 4300 U/min
Drehmoment: 288 Nm bei 1800 U/min
Getriebe: 4-Gang-Mittelschaltung, manuell
Antrieb: konventionell
Maße: 436 x 196 x 134 cm (L x B x H) [und damit 9 cm breiter als die aktuelle S-Klasse]
Extras: integrierte CB-Funk-Anlage im Hersteller-Radio

Bumper Sticker

Freitag, 20. Februar 2009 in Photos, Autos

So true von earthdog (gefunden bei Flickr)

Wäre es vertretbar, sich Aufkleber auf das Auto zu pappen – dieser wäre ganz oben auf meiner Liste. (Nein, Adrian, auch Phantasialand-Aufkleber sind raus!)

Mittagslektüre

Dienstag, 17. Februar 2009 in Autos

Als Lektüre für die Mittagspause empfehle ich “Die letzte Ölung – Besuch beim Abwracker” bei Carsablanca. Auch um noch einmal in dasselbe Horn zu blasen wie kürzlich und auf den Irrsinn der Abwrackprämie hinzuweisen.

Abstecher nach Mülheim

Donnerstag, 12. Februar 2009 in Autos

In Mülheim an der Ruhr angekommen, begrüßte uns der Sohn des Verkäufers. Sie hätten mehrere dieser Modelle, sagte er und fragte, ob wir Interesse hätten, uns sein aktuelles Projekt anzuschauen. Na, sicher hatten wir Lust. Er führte uns in den Keller und wir merkten, dass wir es hier nicht mit einem weiteren Abkömmling der Spezies Laberbacke zu tun hatten. Ordentlich aufgebockt stand dort ein schwarzer Wagen, dahinter an der Wand ein langes Regal mit Ersatz- und Austauschteilen. Weiter vorn in der Garage stand ein gelber E-Type. Mit Unterbrechungen würden sie nun schon seit zehn Jahren an dem schwarzen Wagen arbeiten, erklärte er.

Wir fuhren zur Halle, wo wir seinen Vater trafen, der sich dort schon mal um den zum Verkauf stehenden Wagen gekümmert hatte. Die Halle hatte es in sich. Ganze sieben klassische Autos amerikanischer und britischer Herkunft standen dort hübsch aufgereiht nebeneinander. Nach einigen einleitenden Worten untersuchten Adrian und ich das Auto unseres Interesses – und was soll ich sagen? Wir waren begeistert. Der Wagen ist trotz seiner exakt dreißig Jahre in hervorragendem Zustand. Alles ist originalbelassen und perfekt gepflegt. Niedrige Laufleistung, kein Rost, wunderbarer Lack. Als der Verkäufer erzählte, er habe den Schaltsack durch einen neuen, schwarzen Ledersack ersetzen müssen, war mir klar, auf welchem Level wir uns hier bewegten. Sogar das seltene Radio ist noch vorhanden und komplett funktionstüchtig.

Wir schauten und suchten, fanden aber allenfalls kleinere Mängel, die man bei manchem Gebrauchtwagen aus diesem Jahrtausend nicht einmal erwähnen würde. Ich musste mich schon schwer beherrschen, um meine Euphorie zu unterdrücken bis wir wieder in unserem Auto und auf dem Weg nach Hause waren.

Am Sonntag Morgen habe ich dann beim Verkäufer angerufen, einen Preis ausgehandelt und per Fax eine Kaufzusage geschickt. Er will nun noch den Benzinfilter tauschen und den Vergaser reinigen, anschließend steht der Wagen bereit zur Übergabe.